Wir bereiten unser Futter selber zu

B.A.R.F. - Biologisches Artgerechtes Rohes Futter

 

Wir haben angefangen zu barfen, als sich bei unserem Dackelchen Rocko (damals 13 Jahre alt) gesundheitliche Probleme einstellten und seine Leberwerte immer schlechter wurden. So sollte er Spezialfutter bekommen, was er natürlich überhaupt nicht wollte.

 

Es sei vorweg genommen, das sich die Leberwerte nach ca. 1 Jahr barfen, fast wieder im Normalbereich befanden und wir somit überzeugte BARF-er sind.

 

BARF ist natürlich kein Allheilmittel und keine Garantie, dass der Hund immer gesund wird und bleibt, aber es ist eine natürliche und gesunde Art der Ernährung für jeden Hund. Die Entwickler von B.A.R.F. orientierten sich dabei an den Fressgewohnheiten der Wölfe und anderer wildlebender Caniden. Wenn man mehrere Hunde versorgen "muss", rechnet sich das "BARF-en" sogar!

 

Was füttert man denn genau beim barfen?
Hauptbestandteil der Hundenahrung sind Fleisch und Knochen. Die Ernährung wird mit Gemüse und Obst ergänzt. Gemüse/Obst wird immer püriert gefüttert, weil Hunde nicht in der Lage sind pflanzliche Zellen zu erschließen und so die enthaltenden Vitamine nicht nutzen können.

Die Futtermenge muss man anhand des Körpergewichtes ( 2-3%) berechnen. Das kommt aber auch immer auf das Alter, die Aktivität und den gesamten Zustand des Hundes an. Ca. 70% der täglichen Ration bestehen aus Fleisch, der Rest aus Gemüse, Obst und Getreide. (wobei Getreide bei Barfern noch heiß diskutiert wird)

 

 

z.B. Merlin
Merlin wiegt 12,5 kg und macht Sport. Deshalb setzen wir bei ihm einen Bedarf

von 3% fest.

also: 3% von 12,5 kg  =    375 g Gesamtfutterration pro Tag
davon: 70% von 375g =    262,5 g Fleischanteil
Rest   375g -262,5g    =   112,5 g Gemüse/Obst/Getreide

                                   1-2 Teel. Öl (ins Gemüse)

 

Da Merlin sehr, sehr aktiv ist, geben wir etwas mehr Futter, dazu noch jeden Tag zum „Kaffee trinken“ verschiedene getrocknete Kauartikel, oder Knabbergemüse.

 

Merlin's Futter z.B.:

Früh              140g Fleisch/Hühnerhäse + 70g Gemüse + ½ Teel. Öl 

Nachmittags        1 großes Stück getrockneten Pansen 

Abends          140g Fleisch + 70g Gemüse + ½ Teel. Öl   

 

Die „Belohnungen“ für unser Training auf dem Hundeplatz bekommt er noch extra dazu. Bei einem nicht so aktiven Hund, sollte man eventuell die Belohnungen vom tägl. Futter abrechnen oder weniger Futter geben.

Ganz wichtig ist der Knochenanteil im Futter um den Tagesbedarf an Kalzium zu decken. Bei einem erwachsenen Hund 80-100mg pro kg Körpergewicht.

z.B. Merlin (Gewicht: 12,5 kg):
12,5 kg x 100 mg = 1200 mg bzw. 1,2 Gramm Kalzium pro Tag.

Diese 1,2 Gramm geben wir Merlin auf verschiedene Weise:
1. durch
Knochen (Hühnerhälse)
2. durch
Calciumcitrat (gibt es z.B. in der Apotheke)
3. durch
gemahlene gekochte Eierschalen (halben bis dreiviertel TL pro Tag)

 

Knochen sollten immer roh gefüttert werden. Erhitzte Knochen werden brüchig und können splittern. Dies ist für den Hund sehr gefährlich!!!!!!!!!

Vorab:

Wir füttern inzwischen außer Hähnchenhälsen GAR KEINE KNOCHEN mehr!(Hühnerhäse 2mal die Woche)

Diese werden, sogar von Yasti, unserem Welpen problemlos vertragen. Das Risiko durch andere größere Knochen Verstopfungen* zu bekommen, ist uns einfach zu groß.

 

* Verstopfungen / Kleinteile verschluckt - abgewaschenes Sauerkraut, gekocht oder roh

   mit ins Futter mischen ... dieses "umschlingt" den Fremdkörper im Darm und wird

   problemlos ausgeschieden

gefüttert wird im Allgemeinen:
Rind,Geflügel, Lamm, Ziege, Pferd, Fisch

Auch wenn Deutschland mittlerweile als Aujetzki frei gilt; Schweinefleisch wegen der Gefahr einer Infektion mit dem für Hunden tödlichen Aujetzki-Virus meiden, oder nur gekocht füttern!

(Wir bereiten unser Gemüse / Obst vor, dieses reicht für 2 Tage - für 3 Hunde.)
(Dieses Obst / Gemüse reicht für 1 1/2 Tage - für 3 Hunde.)

Gemüse z.B. (alles was im Garten wächst)
Karotten* (möglichst häufig), Sellerie, Kohlrabi, Fenchel (sehr bekömmlich bei empfindlichem Magen), Zucchini, alle Salatsorten, Spinat, Kohlgemüse (Blumenkohl, Brokkoli -am besten gekocht, kann Blähungen verursachen) Kartoffeln - immer gekocht!!!

 

* - Karotten bei schwarzen Cockern (Hunden) nicht jeden Tag geben, da die schwarze   

     Fellfarbe dadurch einen "Braunstich" bekommt

   - Karotten bei roten und braunen Cockern (Hunden) macht die Fellfarbe intensiver

   - gekochte Karotten sind bei Durchfall die beste Naturmedizin

  

 

Obst z.B. (alles was im Garten wächst)
Banane*, Apfel, Birne, Erdbeern, Aprikosen, Himbeeren, Melonen

* - Banane nicht mit Honig zusammen füttern, ist schlecht für die Zähne

   - Banane, bei Erkrankung des Hundes zusammen mit Schmerztabletten geben - hält die

     Wirkung der Schmerztabletten länger an

Wenn mal die Zeit oder Gemüse und Obst fehlen kann alternativ auch ein Babygläschen (bis 4. Monat - nur Gemüsebrei) genommen werden.  

4-5mal in der Woche füttern wir verschiedene Minerale zu.

 

Getreide:
Nudeln haben wirklich nur sattmachende Funktion.

Besser: Haferflocken (eingeweicht/gequollen), Reis (matschig gekocht) gekochte zerdrückte Kartoffeln - mit dem Fleisch gemischt

 

Öle: (ins Gemüse)
Leinöl, Nachtkerzenöl, Distelöl, Olivenöl, Traubenkernöl, Hanföl und Rapsöl - mehrere Sorten davon im Wechsel. Ebenso kann man ab und zu Fischöl, Lachsöl oder Lebertran verwenden.

 

Milchprodukte können zusätzlich zum Gemüsebrei, aber auch als mittägliche Zwischenmahlzeit einige male in der Woche geben.                                  

Gut wäre da z. B.  1mal Hüttenkäse, 1mal Jogurt, 2mal Quark

Als wertvoller Zusatz zu den Milchprodukten hat sich ein Teelöffel Heilerde oder ein Teelöffel Honig* sehr bewährt.

 

* - Honig, bei Halschmerzen wirkt Fenchelhonig heilend (mit in das zimmerwarme oder   

     lauwarme Trinkwasser geben)

 

 

Rohe Kartoffeln, Avocado, rohe grüne Bohnen, Zwiebeln, Tomaten und Weintrauben enthalten Stoffe, welche für Hund giftig sind und dürfen nicht verfüttert werde.

Übrigens ...  

Yasti, unser Welpe wird langsam an Fleisch und Gemüse gewöhnt, bekommt aber bis zum ersten Lebensjahr sein gewohntes Welpenfutter.

 

 

 

Da Barfen bei Welpen sehr umstritten ist, beginnen wir mit barfen erst ab dem ersten Lebensjahr.

 

z.B. eventuelle Störungen beim Knochenwachstum - "Barf-Welpen" bleiben oft kleiner im Körperbau.